Sardinientour

Radeln für die Thallasämie-Hilfe

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Mit dem Fahrrad nach Sardinien

24. Juni 1988 - 13 Tage waren wir mit unseren Rennrädern unterwegs, dann hatten wir unser Ziel erreicht. Im Gepäck einen Scheck in Höhe von 8200 Mark. Der war für die an Thallasämie erkrankten Kinder auf der italienischen Insel Sardinien bestimmt und kam durch Spenden der Kaufbeurer Bevölkerung zustande. 

Am 12. Juni 1988 starteten wir von dem Bundeswehr-Standort Kaufbeuren (Deutschland, Bayern) aus zu einer 1350 km langen Radtour nach Decimomannu (Italien, Sardinien) um eine von uns durch verschiedene Aktionen erzielte Geldspende in Höhe von 8200 Mark für an Thallassämie erkrankte Kinder auf der Mittlemeerinsel zu überbringen. Das Quintett bestand aus Rolf Buddensieck (Initiator), Hans Joachim Zenner, Siegfried Kroner, Herbert Brockmeyer und mir, alle Soldaten der Technischen Schule in Kaufbeuren.

Ankunft am 24. Juni 1988 auf Sardinien

Die Krankheit Thallasämie

Thallasemie ist eine weit verbreitete unheilbare Blutkrankheit im Mittelmeerraum und besonders auch auf Sardinien, bei der die Lebensdauer der roten Blutkörperchen drastisch reduziert ist. Dies führt dazu, dass sich Eisenablagerungen in den lebenswichtigen Organen bilden. Nur wenn das Blut alle zwei bis sechs Wochen ausgetauscht wird, haben die Patienten eine höhere Lebenserwartung (Stand 1988).

Heute erreichen alle betroffenen Kinder durch neue Therapien das Erwachsenenalter. Die Lebenserwartung ist dank modernen Therapien kaum noch eingeschränkt.

Die Route

Von Kaufbeuren über Dornbirn, die alte Straße durch die berühmte Via Mala Schlucht, den 2150 m hohen Splügenpass, am Comer See entlang, durch die Po-Ebene und den Apennin nach Livorno am Mittelmeer. Danach setzten wir über nach Korsika und nach weiteren zwei Tagesetappen folgte dann die Überfahrt von Bonifatio nach Santa Teresa auf Sardinien. Nun folgte die dreitägige Schlussetappe über Oristano nach Decimomannu.

Die Ankunft

Das Video zeigt unsere Ankunft am 24. Juni 1988 und den Empfang auf der Nato-Militärbasis Decimomannu durch den italienischen und deutschen Kommandeur und stammt von einem italienischen TV-Sender, der den Beitrag in der Sendung "Zoom" ausstrahlte.

Was in Erinnerung bleibt

Die Bevölkerung Sardiniens war durch die Medien auf unsere Ankunft vorbereitet und nahm uns mit großer Herzlichkeit auf. Hupende Autos und winkende Menschen gaben uns die Gewissheit, dass die Aktion große Beachtung fand.
Auch wenn strömender Regen, endlose Anstiege im italienischen Apennin und 40° Hitze auf Sardinien zu den erwähnenswerten Widrigkeiten dieser Tour zählten, so bleiben jede Menge unvergessliche schöne Erinnerungen.
Mit dem Abstieg von den Rädern hatten wir eine Strecke von 1350 km bewältigt. Wir waren froh es geschafft zu haben und glücklich darüber, Geld für eine gute Sache gesammelt zu haben.


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